... Fragmente und Fortsetzungsgeschichten aus der Welt von Paradogma.

Beute (7)

Die Jagdgefolgschaft stand vor der Beute. Heute war die Jagd nicht gut gewesen. Die Beute war erlegt, doch der Jäger hatte kein Herz mit dem Speer durchbohrt. Sie war zu Tode gehetzt worden.

Der Jäger grollte ob des kapitalen Fangs, der Ihm entgangen war - und Sein Zorn war gefürchtet. Doch die Alten Regeln galten auch für Ihn. Es war klar: Die Beute gehörte den Treibern.

Rasch hatten sich die zwei stärksten Treiber den besten Teil gesichert: das Fleisch der beiden Menschen. Während sich einer bereits am Blut des Mannes berauschte, hatte der andere dessen Weibchen aus dem Wrack gezerrt.

Unschlüssig zögerte er, denn er roch, schmeckte das Leben in ihr, fühlte ihr warmes Blut in ihren Adern pulsieren. Sie lebte noch. In ihrem Geruch lag mehr. Angst. Angst, und der angstgeborene Wunsch zu leben. Nebenan wütete der Jäger.

Der Treiber dachte nach. Er griff nach seinem schwarzen Dolch - und steckt ihn wieder ein. Nein. Wie konnte es an ihm sein, den Tod zu geben, wenn der Jäger kein Blut vergossen hatte? Doch die Beute war sein.

Das Weibchen wollte Leben - und den Tod zu geben geziemte sich nicht. Also würde er Leben geben, nicht den Tod! Heißer Atem dampfte aus seinen ledrigen Nüstern, als er ihren bewusstlosen Leib davon trug.

1 Kommentare:

Stefan hat gesagt…

Die Wilde Jagd reitet in der (und durch die) Rauhnacht... ich sag' nur: Gänsehaut - absolut!